Blasenschwach?
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Hat mein Welpe eine Blasenschwäche?
Vielleicht habe Sie es schon mal bei einem jungen Hund verwundert beobachtet oder bei ihrem eigenen Welpen passiert es hin und wieder auch: Überraschend und unverhofft fängt der Kleine an zu tropfen. Das kann passieren, wenn Besuch kommt und der Welpe sich sehr freut, das kann aber auch sein, wenn er einen größeren, vielleicht sogar fremden, Hund begrüßt oder auch, wenn Sie mit ihm schimpfen. Also, von außen betrachtet zuerst mal sehr unterschiedliche Situationen.
Oft wird dann die Frage gestellt, ob der Welpe evtl. eine Blasenschwäche hat oder wie dieses Verhalten erklärt werden und natürlich unterbunden werden kann?
Wir sollten erst mal davon ausgehen, dass mit ihrem Hund alles in Ordnung ist. Solange Ihr Hund noch im Welpen- oder Junghundalter ist, ist es eine völlig normale Verhaltensweise für ihn, sich durch Urinieren dem Stärkeren zu unterwerfen. Einfacher ausgedrückt: Wenn Ihr Welpe oder Junghund starke Freude oder starke Angst empfindet, dann löst dies direkt den Blasenmuskel. Dies sichert dem Welpen im Rudel oft das Überleben, indem er sich so anderen, älteren Hunden unterwirft, es ist eine Form der Kommunikation. Da wir nun das Rudel ersetzen, übernimmt das Hundebaby natürlich trotzdem für ihn normale Verhaltensweisen. Es wäre an dieser Stelle grundverkehrt den Hund dafür zu strafen, weil dies löst wahrscheinlich ein nochmaliges Urinieren aus, wir sind völlig überrascht und verständnislos und strafen den Welpen auch dafür wieder und im schlimmsten Fall leiten Sie so einen Kreislauf ein, der viel schwieriger ist, wieder rückgängig zu machen, als wenn Sie von Anfang an adäquat reagieren. Für ihr Hundebaby ist damit seine Welt völlig aus den Fugen, es hat ja alles getan, um zu erreichen, dass Sie ihm wohl gesonnen sind und es wird dafür bestraft, das kann es nicht verstehen.
Versuchen Sie nach und nach den Mechanismus anders zu durchbrechen, ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dem Hund einen Moment Zeit zu geben, sich zu gewöhnen. Ignorieren Sie ihn, das würde in einem intakten Rudel auch passieren, lassen Sie ihm einen Moment Zeit, sich einzustellen. Ist die erste Euphorie abgeklungen, können Sie eine normale, ruhige Begrüßung vornehmen.
Meinem Besuch rate ich in dem Fall immer, sich nicht zu bücken und den Hund nicht anzufassen, einfach nur ruhig und liebevoll mit dem Welpen oder jungen Hund zu sprechen oder einfach ganz zu ignorieren, was da unten gerade passiert. Es dauert dann nur kurze Zeit und die erste Begeisterung hat sich gelegt, dann ist normales Begrüßen mit Streicheln usw. wieder ohne Probleme möglich.
Das heißt, die Situationen, die Ihren Welpen/Junghund dazu animieren, zu urinieren sollten Sie so verändern, dass der Hund in der Lage ist, sie besser einzuschätzen, sich zu gewöhnen. Helfen Sie ihm, zu verstehen, Sie werden sehen, mit der Zeit wird sich dieses Verhalten von alleine geben.
Diese Phase kann länger andauern, bei Hazel dauerte sie bis ca. zum achten Monat, ich habe es einfach ignoriert und es hörte dann von alleine langsam auf.
